Genco Erkal

Genco Erkal

Schauspieler · mit 86 gestorben

Profil

Altermit 86 gestorben
Geburtsdatum28. März 1938
Geburtsortİstanbul
Gestorben31. Juli 2024
BerufSchauspieler, Regisseur
SternzeichenWidder

Genco Erkal — Biografie

Genco Erkal wurde am 28. März 1938 in Istanbul als Sohn des Marineoffiziers Reşat Bey und der damals bekannten Schneiderin Nebahat Hanım geboren; nach seiner Zeit als Internatsschüler am Galatasaray-Gymnasium schloss er seine Sekundarschulbildung am Robert College ab und setzte seine Hochschulausbildung an der Universität Istanbul fort. In seinen Studentenjahren trat er, getragen von seinem Interesse am Theater, in der Amateurgruppe Genç Oyuncular auf der Bühne auf, gab trotz der distanzierten Haltung seiner Familie diese Leidenschaft nicht auf und gehörte 1957 zu den Gründern der Gruppe. Auf Einladung von Muhsin Ertuğrul wagte er den Schritt ins professionelle Theater; seine erste professionelle Rolle übernahm er im Stück „Çöl Faresi“ des Kenter Tiyatrosu, und ab 1959 arbeitete er in den führenden privaten Theatergruppen der Türkei als Schauspieler und Regisseur.

1969 gründete er das Dostlar Tiyatrosu, das eine Vorreiterrolle in der Entwicklung des politischen Theaters in der Türkei einnahm, und blieb dessen künstlerischer Leiter bis zum Ende seines Lebens. 1965 inszenierte er Bir Delinin Hatıra Defteri, das er nach der Erzählung von Nikolaj Gogol adaptierte, als das erste in der Türkei im westlichen Sinne textbasiert aufgeführte Einpersonenstück; mit diesem Werk, das er im Laufe der Jahre in drei verschiedenen Interpretationen immer wieder spielte, wurde er so eng verbunden, dass er den Titel des Meisters des Einpersonenstücks erhielt. Er adaptierte Werke vieler Autoren wie Aziz Nesin, Haldun Taner, Nâzım Hikmet, Behiç Ak und Yaşar Kemal für die Bühne und trat auch als Erzähler bei sinfonischen Konzerten auf.

Im Kino gewann er mit den Filmen At (1982) und Faize Hücum (1982) beim Antalya Film Festival zweimal den Goldenen Orangen als bester Schauspieler; seine Rolle in Hakkâri'de Bir Mevsim (1983) trug dazu bei, dass der Film beim Filmfestival Berlin den Spezialpreis der Jury Silberner Bär erhielt. Er spielte auch in Produktionen wie Camdan Kalp (1990), Keşanlı Ali Destanı (1988), bei dem er zudem Regie führte, und Prensesin Uykusu (2010). 2021 gab er bekannt, dass er wegen Tweets, in denen er die Regierung kritisiert hatte, wegen Beleidigung des Staatspräsidenten vor Gericht stand. Als er am 31. Juli 2024 in Istanbul an Leukämie starb, war er 86 Jahre alt; zu seinem Gedenken wurde in Eskişehir eine nach ihm benannte Bühne eröffnet, und der „Genco Erkal Emek ve Onur Ödülü“ wurde 2026 erstmals verliehen.

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