Váša Příhoda
Musiker · mit 59 gestorben
Profil
| Alter beim Tod | 59 |
|---|---|
| Geburtsdatum | 22. August 1900 |
| Geburtsort | Vodňany |
| Gestorben | 26. Juli 1960 |
| Beruf | Musiker, Violinist, Komponist, Hochschullehrer |
| Sternzeichen | Löwe |
Filmografie / Projekte
Váša Příhoda — Biografie
Váša Příhoda war ein tschechischer Geiger, der als einer der größten tschechischen Virtuosen des frühen 20. Jahrhunderts gilt und vor allem durch seine Paganini-Interpretation bekannt war. Seine Aufnahme von Dvořáks Violinkonzert in a-Moll wird von Kritikern bis heute gelobt. Er starb 1960 in Wien.
Seine Karriere lässt sich in drei Phasen lesen. Die erste Phase war die des Wunderkinds: Sein erster Lehrer war sein Vater Alois Příhoda, danach arbeitete er mit Jan Mařák, gab 1912 in Prag sein erstes Solokonzert und bereiste ab 1913 Europa. Die zweite Phase ist der Mailänder Durchbruch von 1919: Als die Tourneen wegen des Ersten Weltkriegs nichts einbrachten, musste er im Orchester eines Cafés spielen; Arturo Toscanini, der ihn dort hörte, half ihm, und seine Italien-Tournee wurde ein großer Erfolg. 1920-1921 trat er in Argentinien, Brasilien und den USA auf; 1936 war er auch im Film A Woman Between Two Worlds zu sehen. Nach dem Krieg unterrichtete er am Mozarteum in Salzburg und in Wien; zu seinen Schülern gehörte Friedrich Cerha. Sein Repertoire verlagerte sich mit der Zeit von prunkvollen Werken wie denen von Paganini und Ernst zu Mozart und Beethoven.
Weil er nach der Besetzung der Tschechoslowakei weiter in Deutschland und in den besetzten Gebieten Konzerte gab, wurde er nach dem Krieg kurzzeitig der Kollaboration beschuldigt und von der tschechischen Regierung verurteilt; Ende 1946 wurden die Vorwürfe weitgehend fallen gelassen. 1948 ließ er sich in der Türkei nieder und nahm die türkische Staatsbürgerschaft an, 1956 wurde er beim Musikfestival Prager Frühling begeistert empfangen, und 1958 nahm er Paganinis Variationen über „Nel cor più non mi sento“ auf.
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